Getrübter Weitblick und der Griff nach den Sternen.

Getrübter Weitblick und der Griff nach den Sternen.

[08. März 2026]

Durch das Netzwerk für internationale Studenten (ESN) ergeben sich immer mal wieder Möglichkeiten Gleichgesinnte zu treffen. Da ich gern Orte durch Wanderungen kennenlerne, hab ich also die Möglichkeit genutzt an einer ersten Gruppenwanderung von ERASMUS-Studenten teilzunehmen.
Wir reden dabei über eine Gruppengröße von geschätzt ca. 30-40 Personen (bei der 1. Wanderung des Semesters sollen es sogar 100 gewesen sein 😮).
Eigentlich zu viel Menschen, aber sicher auch mal ganz lustig.

Aber wo war den nun die Wanderung? Da die Berge ja nicht weit weg sind, hieß es mal wieder nur ca. 1h Zugfahrt und 15 min Busfahrt und wir waren am Startpunkt der geplanten Route.
10,3 km und 380 HM sollten uns bevor stehen. Gut möglich, dass wir am Ende sogar etwas mehr gelaufen sind.
Die Navigation konnte nicht immer überzeugen 😝.

Das Hauptziel war oberhalb der Stadt Varese gelegen.
Der Sacro Monte di Varese ist ein historischer Pilgerberg mit einer eindrucksvollen Barockbasilika und einem spektakulären Panorama über die Voralpen und den Lago di Varese.
Der Weg dorthin ist ein berühmter Pilgerweg (Viale delle Cappelle) und gut 2 km lang. Immer bergauf geht es vorbei an den insgesamt 14 Kapellen.

Innerhalb der einzelnen Kapellen waren verschiedene Schaubilder mit Figuren dargestellt. Trotz fehlender Klarsicht durch die dreckigen Scheiben konnte man oft erahnen wie vielteilig diese Gruppen aus Figuren sind. Da ich vor Ort nicht weiter über den geschichtlichen Hintergrund recherchierte, hab ich mir das ganze mal zusammenfassen lassen:

" In den 14 Kapellen werden die zentralen Geheimnisse des christlichen Rosenkranzes durch lebensgroße Terrakottafiguren und Fresken dargestellt. Die Szenen basieren auf biblischen Erzählungen und der jahrhundertealten Rosenkranztradition, die im 16. und 17. Jahrhundert besonders gefördert wurde, um den Glauben durch anschauliche, begehbare Bilder zu stärken. Der Pilgerweg hat bis heute spirituelle, kulturelle und künstlerische Bedeutung, weil er Gläubigen wie Besuchern eine meditative Reise durch das Leben Jesu und Mariens ermöglicht und gleichzeitig ein einzigartiges Beispiel barocker Sakralkunst darstellt. "

Oben angekommen wurde kurz zu einer ersten kleinen Essenspause Inne gehalten. Neben dem Turm der Basilika und der Aussicht erwartete uns auch ein kleiner Stand mit lokalem Honig (Miele). In der Basilika war zu dieser Zeit am Sonntag reges Treiben bei einem Gottesdienst. Daher konnte ich nur einen ganz kurzen Blick ins Innere erhaschen.

Gut gestärkt ging es dann zum nächsten Ziel.
Begleitet von einem Segelflieger bahnten wir uns den Weg zu einem weiteren Gipfel. Dieser ist Standort eines Observatoriums. Auf dem Dach des Gebäudes bietet sich ein spektakulärer 360 Grad Ausblick. Durch einen netten Mann wird uns berichtet wie weit man an dieser Stelle eigentlich schauen kann. Auch viele Schautafeln geben ein Gefühl wie viel Weitsicht eigentlich möglich ist.
Jedoch ist uns Diese heute nur bedingt gegönnt.

Das liegt an dem "Dunst" der hier überall vorhanden ist. Das bin ich überhaupt nicht gewohnt aus den Bergen, vor allem in Kombi mit so gutem Wetter !

Die Kombination aus Seen, Bergen, hoher Feuchtigkeit, wenig Luftaustausch, Inversionslagen und Smog aus der Po-Ebene sorgt dafür, dass es in den Bergen nördlich von Mailand besonders oft diesig wirkt.

Dafür dürfen wir uns über viel geschenktes Obst (Äpfel und Blutorangen) und Mini Paninis mit Mortadella freuen. Diese werden uns von den ehrenamtlichen Mitgliedern des Observatoriums angeboten. Als Versorgungspunkt eines lokalen Trailruns, hatten sie diese als Reste noch über.
WIN-WIN-Situation würde ich sagen ! 😄

Nach einem interessanten Abstieg, teilweise über Stock und Stein (siehe Bild), gelangen wir wieder zum Ausgangspunkt und von dort erneut mit einem Bus zum Bahnhof in Varese.


Mit einer kleinen Gruppe beschloss ich noch einen kurzen Abstecher in die Stadt zu machen. Beim Schlendern über den Flohmarkt und meinem ersten Eis, seitdem ich in Mailand bin, endet auch dieser coole Trip.


Fazit: Eine Wanderung mit so viel Menschen kann unentspannt sein, aber diese war gezeichnet von vielen neuen Bekanntschaften, interessanten Gesprächen und lustigen Situationen.
Wenn die Wanderung anspruchsvoller wird können es aber gern weniger sein 😅

Ciao!